Rhodesian Ridgeback
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Aufzucht bei Matumaini:

Die Geburt und Aufzucht von Hundewelpen ist ein schönes und faszinierendes Ereignis, welches dem verantwortungsvollen Züchter aber auch viel abverlangt.


10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin wird die Wurfkiste in unserer Vorderdiele aufgebaut, damit sich die angehende Mutter mit dem neuen Lager vertraut machen kann. Ich habe mich für einen Eigenbau entschieden, weil mir keines der käuflichen Modelle gut genug war. Die große, leicht zu reinigende Kiste ist mit Schutzleisten, die ein Totdrücken der Welpen verhindern, versehen und wird mit z.B. Drybeds kuschelig ausgelegt. Unsere Vorderdiele selbst ist ein heller, gefliester Raum, der eine offene Anbindung zu vielen Räumen unseres Hauses hat. So können wir das Treiben in und um die Wurfkiste Tag und Nacht verfolgen und gegebenenfalls eingreifen. Andererseits wird den Welpen so vom der ersten Stunde das Verhalten ihrer Menschenfamilie und die haushaltsüblichen Geräusche (Lachen, Streiten, Staubsaugen, Haarfön, Fernsehen, Musik, etc.) zur Normalität. Eine Fußbodenheizung und Wärmelampe sorgen für die notwendige Nestwärme.

Zur Sicherheit schlafe ich die letzte Woche vor der Geburt neben der Wurfkiste bei der werdenden Mutter. Die Geburt selbst überwache ich natürlich gewissenhaft. Hierzu gehört z.B. die Prüfung, ob
* die Atemwege des Welpen frei von Fruchtwasser sind,
* der Welpe korrekt abgenabelt ist und ob er vielleicht eine Afterkralle hat,
* ob die Nachgeburt vollständig ist,
* der Welpe trinkt, uriniert, kotet und ob er sich normal verhält,
* ob die Hündin genug Milch hat,
* ob der Allgemeinzustand der Hündin gut ist.
Bei der Begutachtung der Welpen nach der Geburt werden diese von mir gewogen und gekennzeichnet. Erste Eintragungen im Wurfprotokoll werden gemacht.
In Zweifelsfragen steht mein Tierarzt mir Tag und Nacht zur Verfügung. Am Tag nach der Geburt kontrolliert der Tierarzt, ob die Hündin leer ist und untersucht Hündin und Welpen auf ihr Allgemeinbefinden.

Da RR zu großen Würfen neigen ist das Gewühl in der Wurfkiste mächtig. Zur Sicherheit bleibt mein Nachtlager für die ersten 14 Lebenstage der Welpen neben der Wurfkiste bestehen.

Für die Mutterhündin sind die nächsten Wochen Schwerstarbeit. Sie muss Unmengen an Milch produzieren und umsorgt die Welpen Tag und Nacht. In den ersten Tagen hockt sie derart auf den Welpen, dass sie die Wurfkiste freiwillig meist nur kurz zum „Pieschen“ oder Fressen verlässt. Damit die Kondition der Mutterhündin nicht unnötig unter den Kleinen leidet, achte ich darauf sie besonders hochwertig und sorgfältig zu ernähren. Mehrmals täglich wird ihre Milchleiste und ihr Allgemeinbefinden kontrolliert.

Im dem erstem drei Tagen nach der Geburt wiege ich die Welpen zweimal am Tag; dann bis zur vollendeten 2. Lebenswoche täglich. Das ist gerade in den ersten Tagen sehr wichtig, weil die Welpen in dieser Anfangszeit noch keine Reserven haben, von denen sie zehren könnten, wenn sie ein- oder zweimal keine Zitze erwischt haben. Zu Anfang saugen die Welpen ca. jede Stunde und so organisiere ich das Ganze zu Anfang etwas, damit sich alle Welpen gleichmäßig gut entwickeln können.

Haben wir mit durchwachten Nächten und völlig übermüdet die ersten 14 Tage überstanden, dann wird es lustig und fängt an Spaß zu machen.

Die Welpen öffnen einer nach dem anderen die Augen und Ohren, fangen das Krabbeln und schließlich das Spielen an. Dazu statten wir die Wurfkiste und den Platz davor mit geeigneten Spielsachen aus. Man glaubt gar nicht, was alles als Welpenspielzeug geeignet ist. Von der Papprolle über die alte verknotete Socke, dem Plüschknochen und dem Klingelball bis zur Gummikrake.

Stunden verbringen wir damit, mit den Welpen zu kuscheln, zu spielen oder ihnen dabei zuzusehen, wie sich die Sinne langsam entwickeln. Dieser innige Kontakt soll sie auf uns Menschen prägen und die Bindung verstärken. Natürlich berücksichtigen wir, dass Welpen nach Aufregung einige Stunden wohlverdienten Schlaf brauchen, damit sie nicht überdreht und nervös werden. … und es gibt nichts Schöneres als satte zufriedene Welpen an Mutters Zitzen schlafend zu sehen.

Mit 14 Tagen werden die Welpen bei uns das erste Mal entwurmt. Ich wiederhole die Entwurmung in 14 tägigen Abstand bis zum Abgabealter.

In der dritten/vierten Woche beginnen wir mit dem Zufüttern. Es ist ein besonderes Vergnügen den unerfahrenen und tollpatschigen bei ihrer „ Schlammschlacht“ im Milchflockenbrei zuzusehen. Die tägliche Fütterung wird allmählich von einmal auf fünfmal am Tag erhöht. Die Milchflocke wird zunehmend gegen Welpenfutter(brei) ausgetauscht und mit etwas Quark, Joghurt oder Gemüse-/Obstbrei ergänzt. Der Verschleiß an Küchenrollen ist in dieser Zeit enorm. Man glaubt gar nicht wie viele Seen und wie viele Häufchen die Rasselband an einem Tag produziert. Die Waschmaschine läuft rund um die Uhr um die Drybeds, die dreimal täglich ausgetauscht werden, vernünftig zu reinigen.
Nach ca. 4 Wochen wird der Tatendrang der Rasselbande so groß, dass unsere Vorderdiele nicht mehr optimal ist und die Welpen ziehen mit ihrer Mutter in das geräumige Welpenhaus im Garten um. Über eine in der Tür eingelassenen Welpenklappe können die Welpen selbstständig ins Freie gehen, die Umwelt erkunden und sich draußen lösen.

Da unsere ruhige idyllische Lage etwas abseits der Zivilisation liegt errichten wir im Auslauf zur Umwelt-, Geräusch- und Wasserprägung einen eigenen Welpenspielplatz. Über verschiedene Untergründe, Klettermöglichkeiten, Wippen/Wackelbretter, Flatterbänder, Bällebad, Wassermuschel, Möglichkeiten zum Buddeln/Verstecken und vieles mehr werden die Kleinen auf die große Welt vorbereitet. Im Freien können sie sich so richtig entfalten, spielen, raufen, neues entdecken ... und Blödsinn anstellen.

Zur Abgabe der Welpen gleicht unser einst ordentlicher Welpenauslauf meist einem Truppenübungsplatz :-) !

Weiter setzten wir in dieser Zeit künstliche Geräuschekulissen ein. Über CD´s mit Hochfrequenztönen, Geräuschen von Autos, Zug, Straßenbahn, Schreckschuss, Glasscheibenbersten - eben alles was das Leben lärmig macht- möchten wir der Schreckhaftigkeit der Welpen entgegenwirken. Zuerst werden diese Geräusche gelegentlich und sehr leise gebracht. Mit zunehmendem Alter der Welpen steigern wir die Frequenz und die Lautstärke.

Nach der 4. Lebenswoche kommt regelmäßig Besuch (unter anderem die neuen Welpenbesitzer), um die Welpen zu bewundern und mit ihnen zu kuscheln und zu spielen. Bei Streifzügen über unseren Hof werden erste Kontakte zu Pferden und Rinder geknüpft.

Bei all dieser Abwechslung achte ich streng darauf, dass die Welpen in ausgiebige Ruhephasen entspannen und gedeihen können.

Auch während der Aufzuchtphase in Welpenhaus und Garten gibt es bei mir keine Videoüberwachung, da wir uns selbst und in engen Kontakt um die uns anvertrauten Welpen kümmern.

In der 9 bis 10 Wochen können die Welpen nach Absprache an die neuen Welpenbesitzer abgegeben werden.

Bei Abgabe sind die Welpen gechipt und eine Zuchtwartin unseres Vereins hat jeden Welpen einzeln kontrolliert und begutachtet. Jeder Welpe erhält ein Wurfabnahmeprotokoll, einen Impfausweis mit den bereits durchgeführten Impfungen sowie eine Ahnentafel der DZRR / VDH.

So, jetzt habe ich ganz viel erzählt, aber in Wirklichkeit nur einen ganz kleinen Teil aus dem Tätigkeitsbereich eines Züchterhaushaltes. Wenn Sie gezielte Fragen haben oder einfach nur Interesse an meiner Zucht, dann mailen sie mir oder mich an. Gerne vereinbare ich mit Ihnen auch einen Besuchstermin, damit wir uns persönlich kennen lernen.

Für den potenziellen Welpenkäufer:

Da ich meineWelpen mit viel Liebe, Sachverstand (vgl. Weiterbildungen, Studium Hundepsychologie /Hundetraining) und größter Sorgfalt aufziehe und bestmöglichst auf das Leben in den neuen Familien vorbereite, stelle ich auch einige Anforderungen an die Welpenkäufer.

Ich möchte Sie in jeden Fall persönlich kennen lernen. Dazu sind Besuche der Zuchtstätte unerlässlich.

Ich gebe grundsätzlich keine Welpen in Zwingerhaltung ab. Ein Rhodesian Ridgeback braucht den
Menschenkontakt im Haus.

Ich finde, dass eine Welpenstunde für die Welpen unerlässlich ist und deshalb möchte ich, dass die neuen Besitzer eine solche besuchen. Außerdem ist eine weiterführende Hundeerziehung genauso wichtig. Sie müssen nicht bereits praktische Hundeerfahrung haben, aber sie sollten sich bereits über die Hundehaltung, auch speziell über die Rasse Rhodesian Ridgeback informiert haben.

Ich würde mich freuen (dies ist keine Bedingung), wenn Sie mit meiner korrekten Nachzucht die ein oder andere Ausstellung besuchen würden und den Junghund auf HD, ED, OCD röntgen lassen, damit ich auch eine objektive Rückmeldung zu meiner Zucht erhalte.

Sie müssen sich im Klaren sein,
1) was die Hundehaltung für sie bedeutet, denn der Rhodesian Ridgeback wird sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren begleiten und er ist kein Gegenstand, denn man einfach mal in die Ecke stellen kann!
und
2) dass sie ein Lebewesen erwerben und ich trotz aller Sorgfalt in der Verpaarung und Aufzucht keine Garantie für eine bestimmte Charakterentwicklung oder einen bestimmten Gesundheitsstatus geben kann.